Kein Beileid für Terror - Anwort eines ukrainischen Botschafters 🇺🇦


Die iranische Botschaft in Südafrika informierte die ukrainische Botschaft über die Eröffnung eines Kondolenzbuches für den verstorbenen Ayatollah und Mitglieder der iranischen Militärführung.

Der ukrainische Botschafter Dr. Olexander Scherba antwortete darauf – ungewöhnlich offen und ohne diplomatische Floskeln.

Eure Exzellenz,
Herr Botschafter,
nachdem Sie die Botschaft der Ukraine über die Eröffnung eines Kondolenzbuches für den verstorbenen Ayatollah Khamenei und die militärische Führung des Iran informiert haben, sehe ich mich veranlasst, Sie an Folgendes zu erinnern.
Als militärische Verbündete der Russischen Föderation tragen die verstorbenen Führer des Iran das Blut von tausenden ukrainischen Bürgern an ihren Händen – Männer und Frauen, Kinder und ältere Menschen –, die mit Hilfe der berüchtigten, im Iran hergestellten „Shahed“-Drohnen und anderer militärischer Technologien getötet wurden, die Ihre Regierung Russland bereitwillig zur Verfügung gestellt hat. Ihre Führung war mitverantwortlich dafür, unendliches Leid über ukrainische Zivilisten zu bringen.
Als gläubiger Mensch versuche ich, mich nicht über den Tod anderer Menschen zu freuen – selbst dann nicht, wenn diese zu Peinigern meines Landes geworden sind, das ihnen persönlich nichts getan hat. Doch als jemand, der drei Jahre lang jede Nacht die von Iran entwickelten Todesmaschinen über dem Himmel von Kyjiw und anderen friedlichen ukrainischen Städten heulen hörte, kann ich nicht anders, als mir zu wünschen, dass jeder Verantwortliche der Gerechtigkeit begegnet – wenn nicht vor menschlichen Gerichten, dann vor Gott.
Herr Botschafter, ich kenne Sie persönlich nicht und hege keinen Groll gegen Sie. Manchmal müssen gute Diplomaten die Politik schlechter Führungen vertreten. Doch ich hoffe, Sie verstehen, dass ich kein Beileid für jemanden ausdrücken werde, dessen Tod ich nicht betrauere.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Olexander Scherba
Botschafter

Der Brief zeigt seltene Klarheit in der Diplomatie. Manchmal sagt ein Staat mehr durch das, was er nicht sagt. In diesem Fall: kein Beileid.

Quelle: Facebook-Account des Botschafters

#Iran #Iran-Krieg #Ukraine #Glauben #Tod #Gerechtigkeit #Gott #khamenei

Als Antwort auf Tobias Ernst

„Als gläubiger Mensch versuche ich, mich nicht über den Tod anderer Menschen zu freuen“.

The whole struggle…

Es gibt derzeit eine ganze Anzahl an Menschys, deren Tod ich mir wünsche. Aber nicht aus Hass, sondern, um sie daran zu hindern, Dinge zu tun, die unermessliches Leid verursachen.

Es ist mir nicht gleich, um Wiglaf Drostes „mit Nazis reden“ zu zitieren, ob man sie dafür auf den Seziertisch legen müsse. Es ist lediglich das kleinere Übel unter vielen Übeln.

Als Antwort auf Saupreiss #Präparat500 🗽

@Saupreiss #Präparat500 🗽 Martin Luther hat schon im Großen Katechismus, den ich in der Fastenzeit gerade konsumiere, sinngemäß geschrieben, dass das fünfte Gebot "Du sollst nicht töten" an den gläubigen Menschen gerichtet ist, jedoch nicht an die weltliche Macht, die die Aufgabe hat, mit weltlichen Mitteln für Schutz und Ordnung zu sorgen.