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Russisches Militär zerstört alte lutherische Kirche


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Auf der Halbinsel Saporischschja haben russische Truppen eine alte lutherische Kirche zerstört (die Orgel darin stammte aus Stuttgart)

Im Dorf Tersjanka in der Region Saporischschja zerstörte ein russischer Luftangriff die historische evangelische Kirche St. Peter und Paul, die noch im Jahr 1911 von der deutschen Gemeinde erbaut worden war. Das Denkmal überstand Jahrzehnte des Umbaus und der Zerstörung; jedoch ließ der gegenwärtige Krieg dem historischen Gebäude keine Chance mehr.

Laut Berichten lokaler Heimatforscher und Zeugen wurde das Gebäude am 23. Mai mit einer Fliegerbombe angegriffen. Nach dem Angriff erlitt die historische Struktur schwere Schäden.

Die Geschichte der Kirche in Tersjanka: Die ehemalige Siedlung Mirnoje Pole, heute Tersjanka, war einst das Zentrum der so genannten Kankrin-Kolonie, wo wohlhabende deutsche Einwanderer lebten. Hier befand sich die einzige Kirche für 18 umliegende Dörfer im Umkreis von etwa 60 Kilometern. Zudem gab es eine Schule mit Internat. Die Gemeinde beschloss nach langwierigen Diskussionen, einen großen Kirchenbau zu errichten – zunächst war ein kleineres Bauwerk geplant gewesen, doch letztlich entschied man sich für einen monumentalen Sakralbau.

Die Kirche wurde zum architektonischen Wahrzeichen der Region. Der Grundstein und die Treppenstufen bestanden aus Granit; die Fassade bestand aus hellem Ziegelmauerwerk. Alle Metallrahmen für die Fenster wurden in Jekaterinoslaw gefertigt.

Im Inneren zierten rosafarbene Marmorsäulen, Gewölbe und bunte Buntglasfenster den Kirchenraum. Besonders stolz waren die Gemeindemitglieder auf die Orgel der deutschen Firma Bach & Schünke, die aus Stuttgart geliefert worden war – sie besaß 20 Register und galt für ihre Zeit als einzigartiges Musikinstrument.

Die feierliche Einweihung der Kirche fand am 5. Juni 1911 statt; es war ein bedeutendes Ereignis in der Region, an dem Hunderte aus den umliegenden Siedlungen teilnahmen. Der geräumige Sakralbau bot Platz für rund 1200 Personen und blieb bis 1934 in Betrieb.
Danach wurde die Kirche nach Verhaftung und Erschießung des letzten Pastors zu einem Kino umgebaut. Dennoch bewahrte das Gebäude über Jahrzehnte seinen historischen Charakter und war eine der wichtigsten architektonischen Sehenswürdigkeiten der Region Saporischschja.

Die Kirche hatte sowohl die sowjetische Umgestaltung als auch den Zweiten Weltkrieg überstanden, doch nicht die Bomben der russischen Besatzer. Der Verlust dieser Kirche bedeutet einen weiteren Schlag für das kulturelle Erbe der Region Saporischschja. Mit ihrem Abriss verschwindet ein Teil der Geschichte der deutschen Siedlungen im Süden der Ukraine, die über zwei Jahrhunderte lang Architektur und Kultur des Gebiets prägten.

Quelle: ZaBор – Gesellschaftlicher Nachrichtenblog (Ukraine)

risu.ua/na-zaporizhzhi-okupant…

Als Antwort auf Saupreiss #Präparat500 👅🥚🥚

@Saupreiss #Präparat500 👅🥚🥚 Triggert mich mehr, weil ich Lutheraner bin und in der Zeit, in der ich in der Ukraine lebte, der dortigen lutherischen Kirche angehörte. Zudem ist der Lokalbezug durch die Stuttgarter Orgel da.

Im Übrigen schadet es nicht, immer wieder daran zu erinnern, dass:
- die Ukraine ein toleranter Vielvölkerstaat ist (dt. Minderheit in dem Fall);
- die RF genau das nicht ist. Viele Völker, die aber alle genozidiert oder ethnozidiert werden;
- Russland wahllos gegen zivile Objekte vorgeht.