friendica (DFRN) - Link zum Originalbeitrag

Ich bin jemand, der Transpersonen mit dem gewünschten Pronomen anredet, sich bemüht, sie entsprechend wahrzunehmen und ihnen auch sonst mit Respekt und Verständnis begegne. Aber, und auf die Gefahr hin, dass das hier unpopulär ist: Ich weise daraufhin, dass die Gerichtsentschiedung in den UK lediglich die Behandlung gemäß Gleichstellungsgesetz betrifft und nicht das Frausein als solches. Diese Entscheidung halte ich für rechtlich nicht zu beanstanden. Wo gesetzliche Privilegien für biologische Frauen geschaffen wurden, die darauf gerichtet sind, durch das Frausein qua Geburt erlangte Nachteile auszugleichen, so sind das Privilegien, die ein Mann schon hat und die eine Transfrau mit ihrer bewussten Entscheidung zur Transition zur Frau verwirkt hat. Die UK-Entscheidung bedeutet ausdrücklich nicht, dass die Transfrau nicht mehr Frau laut Pass sein darf. Die Überschrift der NZZ ist somit tendentiös und irreführend. Das Urteil des Supreme Court ist im Gegenteil ein Schritt zur Eindämmung der Konflikte rund um diese Themen, von dem Transpersonen langfristig auch profitieren könnten.


Eine Transfrau ist rechtlich keine Frau: In Grossbritannien wirft das Urteil des Obersten Gerichts neue Fragen auf
https://www.nzz.ch/international/urteil-des-supreme-court-eine-trans-frau-ist-in-grossbritannien-keine-frau-ld.1880539?utm_source=flipboard&utm_medium=activitypub

Gepostet in International @international-NZZ_Ch


Als Antwort auf i. celeste aurora [witchzard]

@imdat celeste [witchzard] @NZZ Ich blockiere normalerweise keine Leute mit abweichenden Meinungen solange der Dialog zivilisiert verläuft. Meine Schlussfolgerungen beruhen einfach darauf, dass die biologisch als solche geborene Frau auch schützenswerte Interessen hat und mich stört, dass diese von der Transbewegung nicht ebenso respektiert werden, wie die Transpersonen selbst respektiert werden wollen. Ich sehe inzwischen auch, dass es in den UK doch etwas weitreichendere Konsequenzen hat als ich in meinem Originalbeitrag oben vermutet hatte. Dennoch: Wenn einige Frauen bekanntermaßen keine Transpersonen in ihren Umkleiden und WCs haben wollen, dann braucht es eben eine dritte Toilette und eine dritte Umkleide für alle Nonbinaries. Und diese sollen in den UK auch weiterhin möglich sein und wurden auch in den jüngsten Nachrichten zu dem Thema weiterhin als wo möglich erwünscht benannt. Ich finde das immer noch einen fairen Kompromiss. Und ja, ich verstehe die seelische Lage von Transpersonen, u.a. auch aus eigenen vergangenen Erfahrungen heraus. Aber gerade deswegen bin ich zu der geschilderten Meinung gelangt.
@NZZ
Als Antwort auf Tobias Ernst

@NZZ_Ch

"Wo gesetzliche Privilegien für biologische Frauen geschaffen wurden, die darauf gerichtet sind, durch das Frausein qua Geburt erlangte Nachteile auszugleichen, so sind das Privilegien, die ein Mann schon hat und die eine Transfrau mit ihrer bewussten Entscheidung zur Transition zur Frau verwirkt hat."

Ich finde diese Aussage ehrlich gesagt problematisch.
In meinen Augen impliziert das nämlich, dass Männer gewisse Privilegien haben, cis Frauen eine gesetzliche Kompensation dafür bekommen sollten, trans Frauen das allerdings nicht verdient haben.
Halte ich für falsch - Warum sollten trans Frauen benachteiligt werden dürfen?

@NZZ
Als Antwort auf vollsynthetischer Nerd

@Nerd @NZZ Weil man cis-Frauen benachteiligt, wenn man trans-Frauen dieselben Rechte wie cis-Frauen einräumt. Insbesondere dann, wenn der Status trans-Frau rein durch Deklaration beim Meldeamt erlangt wird. Recht ist nicht nur ein "steht mir zu", Recht ist immer auch ein "steht anderen zu" und der kluge Gesetzgeber stellt hier einen vernünftigen Kompromiss her.

Einstmals musste man für den Passeintrag "Frau" als biologischer Mann eine psychologsiche Begutachtung und eine Hromonbehandlung und ggf. sogar einen operativen Eingriff über sich ergehen lassen. Wenn das passiert, so sind die Ausgangspositionen dann vergleichbar mit denen einer Frau. Dann soll der solchermaßen transitionierte Mensch auch alle Rechte einer Frau haben.

Neuerdings aber geht es rein um das gefühlte Geschlecht, mit dem man bereits den Eintrag im Pass ändern lassen kann. Es gibt zwar gewichtige Gründe dafür, das so zu handhaben. Dann folgt, aber dass solche biologisch immer noch ziemlich männlich daherkommenden trans-Frauen nicht automatisch in jederlei Hinsicht so behandelt werden können wie cis-Frauen.

Das Leben ist halt kein reines Wunschkonzert.